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DIN EN 12193 einfach erklärt

Die DIN EN 12193 ist die zentrale Norm für die Beleuchtung von Sportstätten. Sie legt fest, welche lichttechnischen Anforderungen für verschiedene Sportarten gelten und unterscheidet dabei je nach Nutzung zwischen Beleuchtungsklasse I, II und III.

Kurzantwort

Die DIN EN 12193 ist die zentrale Norm für die Beleuchtung von Sportstätten. Sie legt fest, welche lichttechnischen Anforderungen für verschiedene Sportarten gelten und unterscheidet dabei je nach Nutzung zwischen Beleuchtungsklasse I, II und III.

Für Sportvereine ist sie vor allem deshalb wichtig, weil sich aus ihr ableitet, wie viel Licht auf einem Platz oder in einer Halle tatsächlich gebraucht wird.

Klasse III Training, Schul- und Freizeitsport
Klasse II lokaler und regionaler Spielbetrieb
Klasse I hochklassige Wettkämpfe
2019-07 aktuelle deutsche Ausgabe der DIN EN 12193

Was regelt die DIN EN 12193 überhaupt?

Die Norm regelt nicht einfach nur, „wie hell“ eine Sportstätte sein soll. Sie legt für einzelne Sportarten die lichttechnischen Mindestanforderungen fest und berücksichtigt dabei unter anderem die Beleuchtungsstärke, die Referenzflächen, die Berechnungs- und Messpunkte sowie weitere Güteanforderungen wie zum Beispiel Aspekte der Farbwiedergabe.

Damit ist sie die fachliche Grundlage dafür, Sportstättenbeleuchtung richtig zu planen, zu berechnen und später auch zu bewerten.

Für Vereine bedeutet das ganz praktisch: Die Norm hilft dabei, zwischen einer einfachen Trainingsbeleuchtung und einer Anlage für regulären Wettkampfbetrieb sauber zu unterscheiden. Genau deshalb sollte sie bei jeder Neuplanung oder Sanierung mitgedacht werden.

Warum ist die Norm für Sportvereine so wichtig?

Viele Vereine stellen sich zuerst die Frage, wie viele Lux ein Platz oder eine Halle braucht. Genau an dieser Stelle kommt die DIN EN 12193 ins Spiel. Sie sorgt dafür, dass Sportstätten nicht nach Gefühl oder „Pi mal Daumen“ beleuchtet werden, sondern nach nachvollziehbaren Anforderungen.

  • damit Training und Spielbetrieb überhaupt sinnvoll möglich sind
  • damit die Beleuchtung nicht unnötig zu schwach oder zu stark geplant wird
  • damit die Anlage wirtschaftlich bleibt
  • damit bei Sanierung oder Neubau eine fachlich belastbare Grundlage vorhanden ist

Gerade für Vereine ist das entscheidend, weil eine zu hoch angesetzte Planung unnötige Kosten verursachen kann, während eine zu schwache Anlage später oft nicht ausreicht.

Welche Beleuchtungsklassen gibt es?

Die DIN EN 12193 unterscheidet zwischen drei Beleuchtungsklassen. Diese Klassen richten sich nach dem sportlichen Anspruch und der Nutzung der Anlage.

Beleuchtungsklasse III

Diese Klasse ist für Training, Schul- und Freizeitsport sowie einfache Wettkämpfe gedacht.

Sie ist in vielen Vereinen die passende Grundlage für Trainingsplätze oder Anlagen ohne höheren Wettkampfanspruch.

Beim Fußball werden hier in der Regel 75 Lux angesetzt.

Beleuchtungsklasse II

Diese Klasse ist für lokalen Spielbetrieb, regionalen Wettkampfbetrieb und intensiveren Vereinsbetrieb relevant.

Beim Fußball werden hier in der Regel 200 Lux angesetzt.

Beleuchtungsklasse I

Diese Klasse betrifft hochklassige Wettkämpfe, leistungsorientierten Sport und besonders anspruchsvolle Nutzung.

Beim Fußball werden hier in der Regel 500 Lux angesetzt.

Was bedeutet das konkret für Fußballvereine?

Für Fußballvereine ist die Norm besonders greifbar, weil sich die typischen Werte gut einordnen lassen.

75 Lux Training und Freizeitsport
200 Lux lokaler und regionaler Spielbetrieb
500 Lux höherklassige Wettkämpfe

Entscheidend ist aber nicht nur die Zahl selbst, sondern die tatsächliche Nutzung des Platzes. Wer nur für Training plant, braucht in der Regel keine Wettkampfbeleuchtung. Umgekehrt reicht eine einfache Trainingsbeleuchtung meist nicht aus, wenn regelmäßig Punktspiele auf dem Platz stattfinden sollen.

Die Norm regelt mehr als nur Lux

Ein häufiger Denkfehler ist, dass sich die DIN EN 12193 nur auf die Lux-Zahl reduzieren lässt. Das greift zu kurz.

Die Norm betrachtet nicht nur die Beleuchtungsstärke, sondern auch die Qualität der Beleuchtung. Dazu gehören unter anderem die zugrunde gelegten Flächen, die Raster- und Messpunkte sowie weitere Güteanforderungen.

Für Vereine heißt das ganz praktisch: Eine Anlage ist nicht automatisch gut, nur weil irgendein Lux-Wert erreicht wird. Auch die Gleichmäßigkeit und die sinnvolle Verteilung des Lichts spielen in der Praxis eine wichtige Rolle.

Warum die DIN EN 12193 bei Sanierung und Förderung wichtig ist

Wer eine Flutlichtanlage modernisieren oder neu planen möchte, kommt an der DIN EN 12193 praktisch nicht vorbei. Sie bildet die fachliche Grundlage dafür, die Beleuchtungsanforderungen für eine Sportstätte korrekt zu bestimmen.

Gleichzeitig spielt sie auch dort eine Rolle, wo Förderfähigkeit und technische Planung sauber zusammenpassen müssen. Die Kommunalrichtlinie verlangt bei der Sanierung von Außen- und Straßenbeleuchtung ausdrücklich technische Standards und eine fachlich belastbare Planung.

Gerade deshalb lohnt es sich für Vereine, die Norm nicht als kompliziertes Technikthema abzutun. Sie hilft vielmehr dabei, ein Projekt von Anfang an richtig aufzusetzen und Über- oder Unterplanung zu vermeiden.

Was Vereine vor der Planung klären sollten

Bevor eine Sportstättenbeleuchtung geplant oder modernisiert wird, sollten Vereine zuerst sauber definieren, wie die Anlage tatsächlich genutzt wird.

  • Wird die Anlage nur für Training genutzt oder auch für Spiele?
  • Auf welchem sportlichen Niveau findet der Spielbetrieb statt?
  • Welche Beleuchtungsklasse ist dafür wirklich passend?
  • Soll zwischen Training und Wettkampf umgeschaltet werden können?
  • Muss die Anlage heute schon auf künftige Anforderungen vorbereitet werden?

Gerade an dieser Stelle hilft die DIN EN 12193, weil sie aus der Nutzung konkrete technische Anforderungen ableitet. Ohne diese Einordnung bleibt die Planung schnell zu ungenau oder unnötig teuer.

Für wen lohnt sich eine genaue Prüfung besonders?

  • Vereine mit älteren Flutlichtanlagen
  • Plätze oder Hallen mit regelmäßigem Trainings- und Spielbetrieb
  • Anlagen, bei denen Training und Wettkampf unterschiedlich geschaltet werden sollen
  • Projekte, bei denen Fördermittel genutzt werden sollen
  • Vereine, die unsicher sind, welche Beleuchtungsklasse überhaupt nötig ist

Gerade in diesen Fällen hilft die DIN EN 12193 dabei, die Anforderungen sauber zu strukturieren und die passende technische Lösung abzuleiten.

Fazit

Die DIN EN 12193 ist für Sportvereine die wichtigste Norm, wenn es um die Beleuchtung von Sportstätten geht. Sie legt fest, welche Anforderungen je nach Sportart und Nutzung gelten und unterscheidet dabei zwischen Beleuchtungsklasse I, II und III.

Für Fußball bedeutet das in vielen Fällen: 75 Lux für Training und Freizeitsport, 200 Lux für lokalen und regionalen Spielbetrieb und 500 Lux für höherklassige Wettkämpfe.

Entscheidend ist aber nicht nur die Lux-Zahl, sondern die gesamte lichttechnische Planung. Erst wenn Nutzung, Klasse und technische Ausführung zusammenpassen, entsteht eine Anlage, die sinnvoll, normgerecht und wirtschaftlich ist.

Unsere Experten prüfen für jeden Verein individuell, welche Anforderungen nach DIN EN 12193 wirklich relevant sind und wie sich daraus eine technisch und wirtschaftlich passende Lösung entwickeln lässt.

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FAQ

Was ist die DIN EN 12193?

Die DIN EN 12193 ist die zentrale Norm für die Beleuchtung von Sportstätten. Sie legt sportartspezifische lichttechnische Mindestanforderungen fest.

Warum ist die Norm für Sportvereine wichtig?

Weil sie hilft zu bestimmen, welche Beleuchtung für Training, Spielbetrieb oder höherklassige Wettkämpfe wirklich gebraucht wird.

Welche Beleuchtungsklassen gibt es?

Die Norm unterscheidet zwischen Beleuchtungsklasse I, II und III. Diese richten sich nach dem sportlichen Anspruch und der Nutzung der Anlage.

Wie viele Lux braucht ein Fußballplatz nach DIN EN 12193?

Im Regelfall gelten 75 Lux für Training, 200 Lux für lokalen und regionalen Spielbetrieb und 500 Lux für höherklassige Wettkämpfe.

Regelt die Norm nur die Lux-Zahl?

Nein. Die Norm enthält auch Vorgaben zu Referenzflächen, Mess- und Berechnungspunkten sowie weitere Güteanforderungen.

Ist die DIN EN 12193 aktuell?

Ja. Beim DIN ist die deutsche Fassung DIN EN 12193:2018, Ausgabe 2019-07, als aktuelle Norm ausgewiesen.

Reicht es, einfach einen hohen Lux-Wert zu planen?

Nein. Entscheidend ist, welche Nutzung tatsächlich vorgesehen ist. Eine zu hoch oder zu niedrig angesetzte Beleuchtung kann technisch und wirtschaftlich unpassend sein.

Quellen

  1. DIN mit Nachweis, dass die aktuelle deutsche Fassung DIN EN 12193:2018, Ausgabe 2019-07, die Norm „Licht und Beleuchtung – Sportstättenbeleuchtung“ ist
    https://www.din.de/de/meta/suche/62730%21search?query=Sportst%C3%A4ttenbeleuchtung
  2. licht.de mit Überblick zu allgemeinen Sportplätzen, Beleuchtungsklassen und den typischen Werten von 75 Lux, 200 Lux und 500 Lux
    https://www.licht.de/de/lichtanwendungen/bereich/11-sport-und-freizeit/50-allgemeine-sportplaetze
  3. Normentabellen von licht.de mit Beschreibung der DIN EN 12193 als sportartspezifische Tabelle lichttechnischer Mindestanforderungen
    https://www.licht.de/de/lichtanwendungen/bereich/11-sport-und-freizeit/207-normentabellen
  4. licht.wissen 08 „Sport und Freizeit“ von licht.de mit Grundlagen zur Sportstättenbeleuchtung
    https://www.licht.de/fileadmin/Publikationen_Downloads/lichtwissen08_SportFreizeit.pdf
  5. Ratgeber zur Beleuchtung von Fußball-Spielfeldern und Trainingsflächen des Sächsischen Fußball-Verbands mit Einordnung der Beleuchtungsklassen und Lux-Werte für Fußball
    https://www.sfv-online.de/fileadmin/content/PDFs/Publikationen/20190314-Flutlicht_web.pdf
  6. Broschüre des LSB NRW mit Einordnung der DIN EN 12193, Beleuchtungsklassen I bis III sowie Berechnungs- und Messpunkten
    https://www.lsb.nrw/fileadmin/global/media/Downloadcenter/Sportraeume/Broschuere_Sportstaettenbeleutung_Bilder_geschwaerzt.pdf

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